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Aktuelles
Stillen und Schweinegrippe
Zur Vermeidung einer Ansteckung von Mutter und/ oder Kind:
Regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife, insgesamt gute Hygiene
Körperlich engen Kontakt zu Fremden vermeiden, keine Menschenansammlungen besuchen
Falls Kontaktpersonen Zeichen einer Atemwegserkrankung zeigen (Husten u.ä.), sollten diese einen Mundschutz tragen
Schnuller und Spielzeug, die das Baby in den Mund nimmt, nicht von anderen Kindern oder
Erwachsenen in den Mund nehmen lassen (dies gilt auch für die Außenseite/ Ring des
Schnullers) und regelmäßig mit Wasser und Seife reinigen
Bei Erkrankung der Mutter oder des Kindes:
Wenn die Mutter Symptome zeigt, ist das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits einige
Zeit davor dem Virus ausgesetzt gewesen – eine Trennung von Mutter und Kind oder eine
Unterbrechung des Stillens ist daher nicht sinnvoll, sondern sogar kontraproduktiv
Ob eine Übertragung durch die Muttermilch möglich ist, ist bisher nicht bekannt, jedoch sind
Berichte über eine Übertragung der „normalen“ Grippe selten. Der Hauptübertragungsweg
findet über Tröpfcheninfektion des respiratorischen Systems statt. Es wird vermutet, dass
die Schweingrippe sich ähnlich verhält
Muttermilch enthält auch bei Erkrankung der Mutter weiterhin viele schützende Immunstoffe
sowie spezielle Antikörper, die eine mögliche Erkrankung des Kindes verhindern oder den
Krankheitsverlauf beim Kind lindern können
Auch unter Einnahme der beiden bekannten therapeutischen Wirkstoffe Oseltamivir und
Zanamivir soll das Stillen uneingeschränkt und ohne Unterbrechung fortgesetzt werden
Es wird empfohlen, die Stillfrequenz bei Erkrankung von Mutter oder Kind sogar zu erhöhen
Falls Mutter oder Kind zu krank für ein direktes Stillen an der Brust sind, sollte abgepumpte
Milch verwendet werden
Formula-Nahrung sollte nach Möglichkeit vermieden werden und steigert ganz allgemein
das Risiko für Atemwegs- und Durchfallerkrankungen
Für Schwangere gilt übrigens, dass sie bei Verdacht auf Erkrankung ohne Verzögerung eine
Behandlung in üblicher Dosis mit einem der beiden Wirkstoffe Oseltamivir oder Zanamivir erhalten
sollen. Sollten sie unter Erkrankung entbinden, sollte das Baby wie oben beschrieben gestillt
werden.
Wenn Frauen eine frische Infektion zum Zeitpunkt der Entbindung haben, ist evtl. zu erwägen, das Kind von der Mutter zu trennen, bis sie fieberfrei ist oder zumindest 48 Stunden behandelt ist. Das Neugeborene bekommt dann die abgepumpte Muttermilch gefüttert.
Die Original-Erklärungen im Wortlaut können Sie hier nachlesen:
ILCA – International Lactation Consultant Association
(auf www.ilca.org ist die Presseerklärung auch in spanischer und französischer Sprache erhältlich)
AABM– American Academy of Breastfeeding Medicine
CDC – Centers for Disease Control and Prevention
USBC – United States Breastfeeding Committee
http://www.dh.gov.uk/en/Healthcare/Children/Maternity/Maternalandinfantnutrition/DH_099965>Department of Health (Großbritannien)
Hier noch das englischsprachige Abstract einer interessanten Studie, die sich mit der schützenden
Wirkung der Muttermilch und ihrer Inhaltsstoffe beschäftigt – sowohl was die Schutzwirkung beim
Kind direkt betrifft, als auch eine mögliche Verhinderung der Übertragung von Pathogenen durch
die Muttermilch selbst (im Zuge von H1N1 vielleicht ebenfalls interessant)
Weitere Themen finden Sie auf der Unterseite"Aktuelles" sowie "Medizin und Wissenschaft" unter: http://www.bdl-stillen.de
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